Erstmals wurde 2007 bei den Einnahmen zum steirischen Verbundtarif die 50-Millionen-Umsatzmarke überschritten. Bei den Fahrgastzahlen ist hingegen – nach vier Jahren
an Zuwächsen – gegenüber dem Jahr 2006 eine Stagnation eingetreten.
Die wichtigste Frage nach dem Erfolg sind immer die Zahlen. Und da dürfen wir das Jahr 2007 mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten. Zum fünften Mal
in Serie sind die
Einnahmen aus Fahrscheinverkäufen gestiegen und haben damit erstmals die 50-Millionen-Umsatzmarke überschritten:
Einnahmen
von 50,78 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 3,08 Prozent gegenüber dem Jahr 2006 (49,27 Millionen Euro). Besonders auffallend – und gleichsam erfreulich
– dabei das größte Umsatz-Plus beim Verkauf der Halbjahres- und Jahreskarten mit + 13,71 Prozent. Überdurchschnittliche Zuwächse ergaben sich auch
bei der Schüler- und Lehrlingsaufzahlung (+ 6,82%) und der Studienkarte (+ 5,83%). Zurückgegangen sind in erster Linie die 24-Stunden-Karten (– 2,42%), stagniert
haben die Wochen- und Monatskarten. Nach Verkehrsunternehmen ausgewertet haben die nunmehrige GRAZ AG VERKEHRSBETRIEBE mit einem Umsatzplus von 5,01 Prozent den Löwenanteil
an dieser Entwicklung, weitere nennenswerten Steigerungen verzeichneten die Steiermärkischen Landesbahnen und die Graz-Köflacher Bahn.
Das etwas weinende Auge ergibt sich bei einem Blick auf die
Fahrgastzahlen: Hier ist mit
68 Millionen Fahrten zum Verbundtarif und einem Minus
von 0,77 Prozent de facto ein Stillstand gegenüber dem Jahr davor festzustellen (68,53 Millionen), womit die schöne Serie von jährlichen Fahrgastzuwächsen
seit 2003 kurzfristig gebremst wurde. Während alle städtischen Zonen sowie der reine Regionalverkehr dazu mit Rückgängen ihren Beitrag leisteten, war 2007
einzig im stadtgrenzüberschreitenden Verkehr von und nach Graz einleichtes Plus von 0,57 Prozent auszumachen. Hier liegt auch die Hoffnung, dass die Ende 2007 gestartete
S-Bahn sowie die weiteren Verbesserungen im Regionalbusverkehr sich doch im Folgejahr positiv zu Buche schlagen werden. Somit sind weiterhin die Tarifzone 101 (Stadt Graz) mit
einem Fahrgastanteil von 71,68 Prozent und die Fahrten über die Stadtgrenze mit einem Anteil von 14,51 Prozent die wichtigsten Märkte des öffentlichen Verkehrs
in der Steiermark – Tendenz steigend. Weiterhin tendenziell rückläufig der reine regionale Verkehr (6,27%) sowie die Kernzonen Leoben (1,86%), Bruck/Kapfenberg
(3,29%) und das Aichfeld (1,65%). Für 2008 rechnen wir allerdings wieder mit einem merkbaren Anstieg der Nachfrage, dies wohl als Folge von allgemein nachfragefördernden
Rahmenbedingungen (etwa anhaltend hohe Treibstoffpreise), aber auch von massiven Verbesserungen des Fahrplanangebotes.
Ein Blick auf die Kosten: Der für den Fahrgast günstige Verbundtarif bedeutet ja, dass die Differenz zum eigentlichen Tarif von der öffentlichen
Hand subventioniert wird. Als
Kostenrahmen wurden für das Jahr 2007 insgesamt
34,19 Millionen Euro veranschlagt. 23,66 Millionen Euro davon
fließen in die Tarifstützung, weitere 8,32 Millionen Euro wurden für Angebotsverbesserungen aufgewendet. Für Planung, Organisation und Marketing standen im
Budget 1,84 Millionen Euro und für Abfertigungsgeräte/Vertrieb 0,37 Millionen Euro zur Verfügung. Woher kommt das Geld? Das Land Steiermark finanziert von der
Gesamtsumme 13,48 Millionen Euro, der Bund 9,26 Millionen Euro und die Stadt Graz 4,88 Millionen Euro. 6,57 Millionen Euro kommen von Leistungsbestellungen Dritter und aus
Zinserträgen.
Ergänzung: Schüler- und Lehrlingsfreifahrt. Seit dem Jahr 2003 fahren steiermarkweit auch alle SchülerInnen und Lehrlinge im Verbund. Sie haben
– je nach Region zum Teil mit Aufzahlungsmöglichkeiten von Strecken- auf Zonennetzkarten – im Prinzip dieselben Vorteile wie alle anderen Verbundfahrgäste.
Im Schuljahr 2007/08 gab es aus diesem Titel mehr als 94.800 ausgegebene Freifahrausweise, Einnahmen von 47,73 Millionen Euro und etwa 37 Millionen beförderte Personen.
Im Jahr 2007 waren 65 Verkehrsunternehmen mit rund 500 Straßenbahn-, Bus- und Bahnlinien zum gemeinsamen Tarif der Verbund Linie unterwegs.
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