12. 10. 2011
Mit einer Ausnahme (2007) sind die Fahrgastzahlen im Bereich des Verkehrsverbundes Steiermark seit 2002 im Steigen begriffen: Im Verbundjahr 2010 gab es abermals ein schönes Plus von 3,58 Prozent mehr beförderte Personen, mit 74,58 Millionen Fahrten zum Verbundtarif wurden noch nie so viele Fahrgäste verzeichnet. Bei den Einnahmen sieht die Bilanz aus der Sicht des steirischen Verkehrsverbundes und seinen Verkehrsunternehmen nicht viel anders aus – hier standen mit 60,5 Millionen Euro Rekordeinnahmen auf der Habenseite, um 5,81 Prozent mehr als im Jahr davor.
Einnahmen. Wirtschaftlich betrachtet war das Verbundgeschäftsjahr 2010 ausgesprochen erfolgreich: Die Einnahmen aus Verbund-Fahrscheinverkäufen sind 2010 erneut gestiegen, und zwar um 5,81 Prozent auf 60,5 Millionen Euro (2009: 57,18 Millionen). Der größte Zuwachs war in der städtischen Tarifzone Graz mit einem Plus von 7,76 Prozent gegenüber 2009 zu verzeichnen. Nach Unternehmen betrachtet kann die Fa. Watzke ein beachtliches Einnahmenplus von 11,53 Prozent für sich verbuchen, dahinter rangieren die Holding Graz Linien (vormals GRAZ AG Verkehrsbetriebe) mit plus 7,52 Prozent sowie die Schienenverkehrsunternehmen GKB (+ 5,62%) und STLB (+ 5,63%). Bezogen auf Fahrkartengattungen fällt auch im Jahr 2010 die Einnahmensteigerung bei der Halbpreis-24-Stunden-Karte von 109(!) Prozent auf – dieses im Jahr 2009 eingeführte Tarifangebot für SeniorInnen, mobilitätseingeschränkte Menschen und Familien erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Auffallend die Nachfrage-/Erlössteigerung bei den Halbjahreskarten (+ 63,53%) – ein klarer Erfolg der „Frischluftticket-Aktion”, die mit finanzieller Unterstützung der Stadt Graz und des Landes Steiermark zustande kam: Dabei wurden 5.000 Halbjahreskarten für die Zone 101 im Aktionszeitraum um 99 Euro (statt 186 Euro) angeboten. Die Auswertung der Verkaufsdaten nach Fahrkartenarten zeigt den Einfluss des „Frischluft-Tickets” noch deutlicher: Die Halbjahres- und Jahreskarten weisen zusammen mit 25.648 Stück eine Steigerung von 19 Prozent gegenüber 2009 (21.554) auf. Ungebrochen ist weiters die positive Entwicklung derStudien karten: Anzahl und Umsatz sind 2010 um15,75% gestiegen.
Beförderte Personen. Mit 74,58 Millionen Fahrten zum Verbundtarif – das entspricht einem Plus von 3,58 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor (71,94 Millionen beförderte Personen) – wurde 2010 ein neuerlicher Höchststand an Fahrgästen erreicht, der den 2007 begonnenen Aufwärtstrend in erfreulicher Weise fortsetzt. Räumlich betrachtet verzeichnete die städtische Tarifzone Graz einen herausragenden Zuwachs von 4,45 Prozent, der stadtgrenzüberschreitende Verkehr von/nach Graz folgt mit einem Plus von 3,18 Prozent, das Aichfeld mit plus 1,32 Prozent. In den übrigen Regionen waren leichte Rückgänge zu verzeichnen. Anders betrachtet: Dank 53,74 Millionen beförderter Personen ist gleichzeitig die Bedeutung des Ballungsraumes Graz für den öffentlichen Verkehr in der Steiermark abermals gestiegen – 72,1 Prozent aller Fahrgäste sind allein in Graz unterwegs. Die Einpendler von und nach Graz liegen erwartungsgemäß an zweiter Stelle mit 11,17 Millionen Fahrgästen und einem Anteil von 15 Prozent. Macht zusammen mehr als 87 Prozent der steirischen Fahrgastzahlen! Die Kehrseite der Medaille findet sich in den abermals leicht gesunkenen Anteilen außerhalb der Städte, mit all den Auswirkungen, die sinkende Nachfragezahlen für das Verkehrsangebot haben können: der reine Regionalverkehr außerhalb von Graz beläuft sich auf 5,84 Prozent, gefolgt von der Stadtzone Bruck/Kapfenberg (2,92%), der Stadtzone Leoben (1,8%) und der Tarifzone Aichfeld (1,55%). Wie schlagen sich diese Fahrgastzahlen nach Fahrkarten betrachtet nieder? Mehr Fahrgäste bei den Studienkarten (+ 18,58%), mit Halbjahreskarten (+19,7%) und – mehr als eine Verdoppelung – bei den Halbpreis-24-Stunden-Karten (+ 105,32%). Signifikant rückläufig hingegen war nur die Nutzung der Halbpreis-Stundenkarten (–14,2%) und der Vollpreis-24-Stunden-Karten (– 16%).
Finanzierung. Was in der Öffentlichkeit gerne übersehen wird, ist die Leistung der öffentlichen Hand für günstigere Tarife und mehr Verkehrsangebot. Für diese politische Willenserklärung werden Jahr für Jahr beträchtliche Geldmittel in die Hand genommen, um u. a. die Fahrpreise entsprechend günstig zu halten. Im Finanzplan für das Jahr 2010 wurden insgesamt 55 Millionen Euro veranschlagt. Wie wird dieser Betrag eingesetzt? 24,7 Millionen Euro davon fließen in die Tarifstützung, weitere 27,6 Millionen Euro werden für Angebotsverbesserungen aufgewendet. Für Planung/Organisation, Marketing und für Abfertigungsgeräte waren 2,7 Millionen Euro vorgesehen. Wer finanziert das? Das Land Steiermark finanziert von der Gesamtsumme 14 Millionen Euro, der Bund 9,8 Millionen Euro und die Stadt Graz 5,2 Millionen Euro. 26 Millionen Euro kommen von Leistungsbestellungen Dritter und aus Zinserträgen.
Im Jahr 2010 waren in der Steiermark 63
Verkehrsunternehmen mit rund 500 Straßenbahn-, Bus- und Bahnlinien zum gemeinsamen Tarif der
Verbund LinieVerbund Linie ist der Markenname des Verkehrsverbundes Steiermark, alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Steiermark sind darin zum einheitlichen Tarif benützbar. unterwegs.