26. September 2017

Das Land Steiermark als Hauptinitiator des Projekts S-Bahn Steiermark kann auf erfolgreiche zehn Jahre zurück blicken. In Zusammenarbeit mit ÖBB, GKB, STLB und der Verbund Linie ist damit ein Meilenstein im steirischen öffentlichen Verkehr gelungen. Seit 2007 wurden im System der S-Bahn Steiermark rund 180 zusätzliche Zugverbindungen bestellt.

Das zusätzliche Fahrplanangebot ermöglichte die Ausweitung der Taktverkehre. So werden heute auf den Hauptachsen Stundentakte gefahren, die am Knoten Graz Hauptbahnhof zur vollen Stunde verknüpft sind. Über weite Tagesabschnitte wird bereits ein Halbstunden-Takt angeboten, zu den Spitzenzeiten in der Früh fährt alle 15 Minuten eine S-Bahn nach Graz. Ein Fahrplanangebot bis Mitternacht und Taktverkehr auch am Wochenende sichern zudem im Freizeitverkehr ein attraktives Angebot.

Parallel dazu wurde auch das gesamte Umfeld der S-Bahn verbessert. Großzügige Park+Ride-Plätze, eine Bahnhofsoffensive, neue Fahrzeuge und eine umfassende Marketing- und Informationskampagne waren und sind wichtige Puzzlesteine zum Gesamterfolg der S-Bahn.

Die Erfolge

Die Fahrgastentwicklung in den vergangenen Jahre hat die Erwartungen bei weitem erfüllt. Bei den jüngsten Zählungen war ein Fahrgastplus von 64 % im Vergleich zur Zeit vor der S-Bahn zu verzeichnen.

Mehr als 44.000 Fahrgäste werden derzeit durchschnittlich an einem Werktag in der S-Bahn begrüßt, das sind um 17.200 mehr als noch vor dem Start der S-Bahn Steiermark. Prognosen hatten ursprünglich rund 30% mehr an Fahrgästen für das Jahr 2014 erwartet (plus 8.000
Fahrgäste). Umso erfreulicher, dass dieses Ziel jetzt bereits um mehr als das Doppelte übertroffen werden konnte.
Im  Endausbau sollen übrigens rund 80 % zusätzlich Kunden die S-Bahn nutzen (plus ca. 20.000 zusätzliche Fahrgäste, 50.000 Einsteiger insgesamt).

Im Zeitraffer

  • 2007: Start der S-Bahn Steiermark
  • 2008: EU-Award "Regional Champion", VCÖ-Mobilitätspreis,
  • Nominierung Staatspreis Verkehr
  • 2010: Inbetriebnahme Koralmbahn, Ostbahn wird als S3 in die S-Bahn integriert, neue Fahrzeuge bei GKB und STLB
  • 2012: erste Bilanz nach fünf Jahren mit einem Plus von 40 %
  • 2013: neuer Nahverkehrsknoten Graz Liebenau-Murpark
  • 2015: Fertigstellung der Nahverkehrsdrehscheibe Graz Hauptbahnhof
  • 2016: die S-Bahn kommt mit zwei neuen Linien in die Obersteiermark, aktuelle Fahrgastbilanz bei der S-Bahn Steiermark: plus 64 %
  • 2017: neue Fahrzeuge bei den ÖBB (City-Jets)


Ausblick

Die strategischen Herausforderungen für die S-Bahn in den kommenden Jahren sind in drei Bereichen zu sehen:

  1. Neue Fahrpläne durch Inbetriebnahme von Koralmbahn und Semmeringtunnel:
    Mit den beiden Tunnelprojekten verliert die Steiermark ihre Randlage und liegt mit einem Schlag inmitten eines europäischen Bahnhauptkorridors. Mit dem dann neu aufgestellten Fernverkehr müssen auch für den Nahverkehr neue Fahrplankonzepte erarbeitet werden.
  2. Kapazitätsausweitungen
    Im Großraum Graz mit zunehmenden Bevölkerungszahlen müssen die künftigen Investitionen vor allem auch die Bereitstellung ausreichender Kapazitäten bei Bahn und Bus sowie in deren Umfeld (Park+Ride, Bike+Ride) umfassen.
  3. Mobilität vielschichtiger denken
    Die größere Herausforderung ist es, den Menschen zu ermöglichen, auch aus Gebieten, die nicht direkt an der Bahn liegen, zur S-Bahn zu kommen. Hier sind die bestehenden Rahmenbedingungen (rückläufige Schülerzahlen, rückläufige Bevölkerungszahlen, extrem hoher Motorisierungsgrad) zu bedenken. Umso mehr müssen Stadt und Land gemeinsam Strategien entwickeln, die ausgehend von einer Bahn als Rückgrat Mobilität weiter denken (flexible Zubringersysteme, Attraktivierung der Bahnhöfe als regionale Knotenpunkte mit Integration touristischer Aspekte).

Land Steiermark

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