Die Mariazeller Bergwelt teilt sich gemäß den gängigen Alpengliederungen auf vier Gebirge auf – nämlich die Ybbstaler Alpen im Nordwesten, die Türnitzer Alpen im Nordosten, die Ausläufer der Veitschalpe im Südosten und die Ausläufer des Hochschwabs im Südwesten. Die bekanntesten und meistbesuchten Berge sind sicherlich der markante Ötscher (1.893 Meter) und die Gemeindealpe (1.626 Meter), beide in den Ybbstaler Alpen und im benachbarten Niederösterreich gelegen. Sieht man von der Bürgeralpe (1.270 Meter) ab, die mit einer Seilbahn erschlossen ist, geht’s auf den Bergen der steirischen Seite deutlich ruhiger zu. Einer dieser vielen wenig bekannten Berge ist die Sauwand bei Gußwerk, ein feiner und relativ leicht erreichbarer Aussichtsberg, den ich im Rahmen dieses Tourentipps vorstellen möchte.

Im Gegensatz zu den Bergen selbst, sind die Wallfahrtswege, die sich fast sternförmig Mariazell nähern, häufig begangen. Viele dieser traditionellen Pilgerrouten wurden sogar ins österreichische Weitwanderwegenetz übernommen (Nr. 06), und verbinden die Landeshauptstädte Wien, St. Pölten, Eisenstadt, Salzburg, Linz, Klagenfurt und Graz mit Mariazell. Das letzte Stück des steirischen Mariazellerweges (von Graz kommend), konkret von der Schöneben nach Mariazell, kann mit unserer Sauwand-Tour zu einer reizvollen und relativ gemütlichen Tageswanderung verbunden werden.


Anreise und Tour

Anreise: Per RailJet oder mit der S9 zum Bahnhof Kapfenberg: weiter mit der RegioBus-Linie 170.

Tour: Wir starten bei der Haltestelle „Fallenstein Stromminger“ der RegioBus-Linie 170 (Kapfenberg – Mariazell) an der Landesstraße B20 unmittelbar vor dem altehrwürdigen Gasthof Eder (das Fallensteinergut vulgo Stromminger liegt daneben) und wandern entlang des Güterweges in den Graben des Falbersbachs. Nach wenigen Minuten erreichen wir eine Forststraßenabzweigung, wo uns die Wegweiser nach links in Richtung Eiblbauer und Sauwand leiten. Bei der zweiten Forststraßenkehre gehen wir gerade aus weiter (Wegweiser) und folgen dem Waldweg, über den wir wenig später zur schönen Wiese des Eiblbauers gelangen. Der Eiblbauer selbst ist eine Jausenstation, die sich für eine Einkehr im Rahmen unserer Wanderung anbietet. Gleich beim Eiblbauer zeigt ein Wegweiser zur Alpenrosehütte und zum Sauwand-Gipfel nach links, wir folgen jedoch nicht dem Güterweg, sondern steigen über die Wiese steil hinauf zu ihrem höchsten Punkt (Bankerl), wo wir den markierten Steig erreichen, der entlang des Kammes über eine kurze felsige Stufe hinauf zu einer weiteren Wegkreuzung führt.

Wir wenden uns nach links (Wegweiser Alpenrosehütte 20 Minuten – Sauwand-Gipfel 1 Stunde) und gelangen zum kleinen, malerischen Pollerboden mit der Alpenrosenhütte, einer Selbstversorgerhütte der Alpinen Gesellschaft Kienthaler. Nach der Hütte wenden wir uns erneut nach links und erreichen nach einem schönen Waldstück den teilweise etwas felsigen Südwestgrat der Sauwand. Diesen entlang steigen wir, immer wieder die großartigen Fernblicke (z. B. Hochschwab und Kräuterin) sowie Tiefblicke (ins Gollradbachtal) genießend, steil hinauf bis unterm Südgipfel. Diesen umgehen wir auf seiner Ostseite, danach geleiten uns die Markierungen auf den kecken Hauptgipfel der Sauwand (Kreuz, kleines Bankerl). Nach dem Hauptgipfel schauen wir noch auch den Nordgipfel, den das Holztaferl „Augenblick“ ziert und der mit einem phänomenalen Blick nach Mariazell und zum Ötscher überrascht!

Für den Weiterweg gehen wir dem Aufstiegsweg zurück bis zur Wegkreuzung unter der Alpenrosehütte, wo der Wegweiser auf unser nächstes Ziel, dem Mooshubenwirt, hinweist. Ein guter Waldweg führt hinab zu einem Windbruch, den wir entlang eines Forstweges queren. Danach erreichen wir den stattlichen Hof Poller, um ab dort entlang des Asphaltstraßerls in wenigen Minuten den Mooshubenwirt zu erreichen. Nach der verdienten Rast vertrauen wir uns dem eingangs erwähnten Mariazellerweg an (Wegweiser nach Mariazell) und kürzen entlang eines Waldweges die Fahrstraße ein wenig ab. Nach wenigen Minuten mündet unser Wanderweg wieder in die Fahrstraße ein, der wir bis zum kleinen, vor uns liegenden Weiler folgen. In diesem zweigen wir nach links ab (Wegweiser in Richtung Mariazell); in weiterer Folge geht es entlang eines Fahrweges, weiterhin durch eine fast parkartige Kulturlandschaft an Wiesen vorbei zu einem kleinen Sattel (mit Bildstock). Ein relativ steiler Wanderweg geleitet uns hinab ins Salzatal, das wir beim Gasthof Zur Weinperle im Unteren Halltal erreichen. Wir wenden uns nach links und folgen dem Wanderweg zwischen Salza und Landesstraße B21. Nach einem Wohnhaus führt unser Weg wieder hinauf zur Landesstraße, um dann entlang von Gehsteigen, bzw. teilweise die Kehren abkürzend zum markanten Bildstock „Luckertes Kreuz“ zu wandern, der den Wallfahrern (und uns) das nahe Ziel verkündet. Bald danach ist die Straßenkreuzung erreicht, von der wir in wenigen Minuten entlang der Wiener-Neustädter-Straße das Zentrum von Mariazell mit der riesigen Basilika und den zahlreichen Gasthäusern erreichen. Der Busbahnhof befindet sich westlich des Hauptplatzes, unmittelbar an die Altstadt angrenzend.
Für Fotos und Karte klicken Sie bitte auf das Bild!


Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter: Gesamtgehzeit ca. 4 bis 4,5 Stunden; ca. 12,5 km; Anstieg Sauwand ca. 650 hm, zudem ca. 100 hm vom Unteren Halltal nach Mariazell; Abstieg: ca. 650 hm

Orientierung: BEV-Karte 4211, Neuberg an der Mürz 1:50.000; Kompass-Karte 212, Hochschwab, Mariazell, Eisenwurzen 1:50.000
Karten-Apps: mapy.cz (gratis), bergfex Touren (tw. kostenpflichtig), Austrian Map (kostenpflichtig)

Beste Jahreszeit: Mai bis November

Einkehrmöglichkeiten:
 Gastronomie in Mariazell
 Gasthof Eder Fallenstein
 Fallensteinergut
 Jausenstation Eiblbauer
 Mooshubenwirt
 Gasthof Zur Weinperle

Tipps/Hinweise:
Die herausragende Bedeutung Mariazells als Wallfahrtsort („Magna Mater Austriae“, „Magna Domina Hungarorum“, „Alma Mater Gentium Slavorum“) braucht an dieser Stelle nicht näher hervorgehoben zu werden.
Aber auf zwei Eisenbahnkleinodien, die im engen Zusammenhang mit Mariazell stehen, möchte ich doch hinweisen: Einerseits auf die Museumstramway, die von vielen engagierten Eisenbahnfreunden errichtet wurde und während der Saison Mariazell mit dem Erlaufsee verbindet. Und andererseits auf die Mariazeller Bahn, eine elektrifizierte Schmalspurbahn (760 mm), die seit 1907 Mariazell mit St. Pölten an der Westbahn verbindet und die nach der Übernahme durch die Niederösterreich Bahnen zu einem attraktiven und zeitgemäßen Verkehrsmittel modernisiert wurde („Himmelstreppe“).
Museumstramway
Mariazellerbahn
 Stadtgemeinde Mariazell
Tourismusverband Mariazeller Land
Basilika Mariazell
 

Infos

ServiceCenter der Verbund Linie: "Bahnhof in der City", Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
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