Titelsujet Wandertipp

In der Bergwelt des oberen Ennstals bzw. der Dachstein-Tauern-Region sind die höchsten Erhebungen der Steiermark situiert – und egal ob auf der Nordseite, in der kalkalpinen Dachsteingruppe, oder in den kristallinen Schladminger Tauern auf der Südseite, wir haben es mit hochalpinen, anspruchsvollen Bergen zu tun. Unser Tourenziel, der 1.279 Meter hohe Freienstein, führt uns zwar nicht in diese Hochgebirgswelt, hat es aber dennoch in sich: Die Überschreitung dieses Dachsteingruppen-Ausläufers ist eine anspruchsvolle Bergpartie, die für erfahrene Berggeher*innen ein reizvolles Erlebnis darstellt.

Ausgangspunkt dieser kurzweiligen Alpinpartie ist die Bahnstation Pruggern der Bahnstrecke R250 St. Michael – Selzthal – Schladming – Bischofshofen, von wo es vorerst zum netten, mit zahlreichen Rastplätzen inszenierten Baumhoroskopweg geht. Nach der Freiensteinüberschreitung (einfache Alternative: der Berg kann entlang des Dachstein-Tauern-Panoramaweges umgangen werden) führt die Wanderung von der Assacher Scharte über Assach nach Aich, wo sich mit der Bahnstation Aich-Assach der Endpunkt der Bergwanderung befindet.


Tourbeschreibung

Bei der Bahnstation Pruggern wenden wir uns nach Norden, gehen am Landgasthof Friedl vorbei, überschreiten die Enns, um wenig später – nach dem Eberlhof – linker Hand den Wegweiser des Dachstein-Tauern-Panoramaweges zu erkennen (Weg Nr. 100). Wir folgen diesem und unterqueren kurz darauf bei der Bushaltestelle Pruggern Abzw. Ort (RegioBus-Linie 900) die Ennstalstraße (B 320). Auf der anderen Straßenseite, gegenüber der Pension Freienstein, sehen wir erstmals einen Wegweiser, der uns auf den Weiterweg Richtung Freienstein hinweist. Wir wandern entlang der Kunagrünbergstraße an Kunagrün (schöne Hofgruppe) vorbei zur ersten Kehre auf ca. 860 m. Dort zweigt der Wanderweg ab (Wegweiser Freienstein – zum Baumhoroskopweg), der zügig hinauf, einmal den Stroblbach querend, zu einer Asphaltstraße führt. Nun biegen wir scharf nach links ab und erreichen bald den Beginn des Baumhoroskopwegs (große Tafel). Die Markierungen führt uns weiterhin steil hinauf zu einem aussichtsreichen Bergsporn mit Wegkreuz, „Wetterstation“ und Bankerl (ca. 1040 m). Über die schöne Wiese steigen wir zuerst entlang des rechten, dann des linken Waldrandes – immer sehr gut ausgeschildert, bergan zu einer Jagdhütte und einer wunderschönen Almwiese. Vor uns sehen wir – etwas abseits von unserer Wanderroute einen einladenden Rastplatz („III Säulen des Lebens“ bzw. „Schneerosenhügel“).

Wenn wir unseren Wanderweg zum Freienstein weiter gehen, gelangen wir nach je einem kurzen Ab- und Anstieg zur Wegkreuzung mit dem Hinweis „Über den Freienstein nur für geübte Alpingeher“. Dieser Ratschlag ist jedenfalls zu beherzigen, denn der Weiterweg entlang des felsigen, teilweise versicherten Grates verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Nachdem wir an der Gendarmenruhe vorbeigewandert und über ein paar spannende Felsen gekraxelt sind, erreichen wir einen bewaldeten Vorgipfel. Etwas später müssen wir noch einmal steil hinabklettern, um vor dem felsigen Gipfelaufbau zu stehen. Einen felsigen, aber kurzen Aufstieg später werden wir mit einem schön inszenierten Gipfel (Kreuz, Sitzgelegenheiten) belohnt, großartige Panaromablicke ergeben sich während der gesamten Wanderung. Für den Weiterweg folgen wir den Markierungen zum westlichen Vorgipfel (Horneck) und von dort steil hinab (mit einer Felsstufe) zur Assacher Scharte.

Wenn wir uns den Freienstein nicht zutrauen, gelangen wir entlang des Dachstein-Tauern-Panoramaweges, die Nordseite des Berges querend, zur Assacher Scharte.
Von der Assacher Scharte geht’s geradeaus weiter ein paar Meter entlang der Forststraße, um dann in den „Wandersteig nach Assach“ (Wegweiser) einzufädeln. Entlang dieses bequemen Wanderweges können wir, mehrmals eine Forststraße querend, zügig bergabschreiten, bis wir die Asphaltstraße erreichen, über die es in das Kirchdorf Assach geht. Von Assach ist es dann entlang der Straße mit Gehsteig nicht mehr weit nach Aich, wo mit der Bahnstation Aich-Assach, auf der Südseite der Enns gelegen, der Endpunkt unserer Wanderung erreicht wird.

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Informationen

Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter: Gesamtgehzeit ca. 3,5 bis 4,5 Stunden; ca. 10 km; An- und Abstieg: je ca. 650 hm

Schwierigkeit: Die Freienstein-Überschreitung verlangt alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bei Nässe ist zusätzlich besondere Vorsicht geboten!

Orientierung:  ÖK Wanderkarte 1:50.000 Nr. 3218 Bad Mitterndorf; Freytag&Berndt Wanderkarte 1:50.000 WK 201 Schladminger Tauern - Radstadt - Dachstein; Kompass Wanderkarten-Set 293 Dachsteingebirge, Schladminger Tauern (3 Karten) 1:25.000
Karten-Apps: mapy.cz (gratis), Austrian Map (gratis), bergfex Touren (tw. kostenpflichtig)

Beste Jahreszeit: April bis November

Einkehrmöglichkeiten:
 Landgasthof Bierfriedl Pruggern
 Bärenwirt Aich
 Grafenwirt Aich
 Seestüberl Aich
 Café Danklmaier Assach

Tipps/Hinweise:
Besonders lohnend ist die Wanderung im Frühjahr, wenn über 2.000 m noch tiefer Winter vorherrscht. Den Berg besuchen fast ausschließlich Einheimische, weiters bietet er wunderschöne Blicke ins frühlingshafte Ennstal und als Kontrast dazu in die winterlichen Berge, vor allem der Schladminger Tauern, aber auch zu den benachbarten Bergen Stoderzinken, Kammspitz oder Grimming.


Anreise

ServiceCenter der Verbund Linie: "Bahnhof in der City", Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
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BusBahnBim-Auskunft (auch als App): Hinfahrt

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