Gaishorn – Mödlinger Hütte – Johnsbach – Weidendom.
"Geballte Felswucht", "Sinfonie aus Fels und Wasser", "letzte große Felsbastion der Alpen" oder "Universität des Bergsteigens" – die spektakuläre Bergwelt des Gesäuses hat Bergsteigerinnen und Bergsteiger immer wieder zu beinahe pathetischen Beschreibungen angeregt. Kühne Nordwände (wie die Hochtor-Nordwand), die zu den höchsten der Ostalpen zählen, schroffe, wuchtige Bergstöcke (wie der Buchstein) oder kecke, scheinbar unbezwingbare Gipfel (wie der Admonter Reichenstein) charakterisieren dieses kleine Gebirge in der Steiermark, weshalb es zu den ganz großen alpinistischen Hot-Spots der Alpen zählt.
Ich will euch mit dieser Tour einladen, diese einmalig schöne Gebirgswelt im Rahmen eines Tagesausfluges zu erleben. Wir starten in Gaishorn (Bahnhof an der Bahnstrecke R9), und wandern, immer wieder den Admonter Reichenstein vor uns sehend, zur Mödlinger Hütte. Von dort geht es hinab nach Johnsbach, wo der Bergsteigerfriedhof daran erinnert, dass sich im Gesäuse immer wieder auch große Alpin-Tragödien abgespielt haben. Schließlich schreiten wir gleichsam mitten ins Gesäuse hinein, in dem wir dem Johnsbach ins Ennstal folgen, wo bei der Haltestelle Gesäuse Bachbrücke/Weidendom der RegioBus-Linie 912 bzw. bei der Bahnstation Johnsbach (R58) unsere Wanderung endet.
Tourbeschreibung
Gleich beim Bahnhofszugang in Gaishorn sehen wir hinter der Ortstafel den Wegweiser zur Mödlinger Hütte; im Ortszentrum queren wir die alte Bundesstraße (weitere Wegweiser zur Mödlinger Hütte), und hinter einem schönen Erbhof beginnt der Wanderweg, über den es zügig bergan geht (zu Beginn schöne Blicke übers Paltental zu den Rottenmanner Tauern). Nach gut 100 Höhenmetern mündet der Wanderweg in die unasphaltierte Mautstraße ein, der wir ein paar Minuten folgen, bis linkerhand unser Wanderweg abzweigt. Mit diesem Weg kürzen wir – einmal eine Forststraße querend – die Mautstraße ab, die wir nach weiteren 100 Höhenmetern erreichen. Erneut nutzen wir die Straße, bis unmittelbar nach einer Forststraßenkreuzung ein Steig rechts steil bergan führt. Bei der Weidalm endet dieses Steigerl und wir schreiten wieder entlang der Straße zum Parkplatz und weiter, steil bergan, zur wunderschönen Treffneralm. Vor uns sehen wir die beeindruckenden Berge Sparafeld (links) und Admonter Reichenstein (rechts) und rechterhand den nicht minder imposanten Ödstein; alsbald taucht auch die nahe, stimmig in die Landschaft eingebettete Mödlinger Hütte auf, die zur wohlverdienten Rast einlädt.
Bevor wir nach Johnsbach absteigen, zahlt es sich aus, die wenigen Minuten hinüber zum Treffnersee zu spazieren, nicht nur wegen des Sees selbst, sondern auch wegen der großartigen Panoramablicke (Ödstein, Rottenammer Tauern etc.).
Vor der Mödlinger Hütte zeigt uns ein Wegweiser den Abstieg nach Johnsbach an. Vorerst geht es entlang einer Forststraße, dann folgen wir dem gut markierten und ausgeschilderten Wanderweg, mehrmals die Forststraße querend, bis wir die Wildbachverbauungen beim Winterhöllgraben erreichen. Ab dort wandern wir nur noch wenige Minuten entlang eines ehemaligen Fahrweges nach Johnsbach, wo wir im Gasthaus zum Donner einkehren können. Zudem empfiehlt sich der Besuch des nahen Kircherls mit dem berühmten Bergsteigerfriedhof.
Von Johnsbach marschieren wir weiter, gleichsam mitten hinein in die Bergwelt des Gesäuses: Wir folgen ein paar 100 Meter der Straße talabwärts, nach dem Tunnel Silberreith zweigt bei einem Bankerl (und einer Fahrradfahrverbotstafel) der sogenannte Sagenweg ab, der – immer parallel zur Straße – bergab führt und entlang dem Tafeln auf die bizarren Felsen ober uns hinweisen. Nach der Querung des großen Schuttstroms des Langgriesgrabens erreichen wir wieder die Straße, queren dann mittels eigener Fußgängerbrücke den Johnsbach und folgen den Markierungen kurz hinein ins Gseng. Über den Erlebnisweg "Der Wilde John", der bei der Brücke begonnen hat, schreiten wir nun an den "Wilden-John-Stationen" zwischen Johnsbach und Hellichtem Stein vorbei, bis wir die Gesäusestraße erreichen. Ein paar Meter weiter links, hinter der Johnsbachbrücke, ist der Endpunkt der Wanderung, die RegioBus-Haltestelle Gesäuse Bachbrücke/Weidendom situiert; die Bahnstation Johnsbach erreichen wir über Fußgängerbrücke über die Enns. Es zahlt sich vor der Heimreise jedenfalls aus, das angrenzende Erlebniszentrum Weidendom des Nationalparks Gesäuse zu besuchen (mit Info-Hütte, Labyrinth "Ökologischer Fußabdruck", Wildgarten etc.).
Informationen
Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter
Gesamtgehzeit ca. 5 bis 6 Stunden; ca. 16 km; Anstieg: ca. 800 hm, Abstieg: ca. 900 hm
Orientierung
ÖK Wanderkarte 1:50.000 Nr. 4214 Trieben
Freytag&Berndt Wanderkarte 1:50.000
WK 062, Gesäuse – Ennstaler Alpen – Schoberpass
Kompass Karte 69 Gesäuse, Ennstaler Alpen 1:35.000
Karten-Apps: mapy.cz (gratis), Austrian Map (gratis), bergfex Touren (tw. kostenpflichtig)
Wegverlauf (© Dieter Fleck) | PDF
Beste Jahreszeit
Mai bis Oktober
Einkehrmöglichkeiten
Gastronomie in Gaishorn am See
Mödlinger Hütte
Donnerwirt
Getränke in der Infohütte Weidendom
Tipps & Hinweise
Nationalpark Gesäuse
Steiermark Tourismus
Über das Bergsteigerdorf Johnsbach
Über den Bergsteigerfriedhof Johnsbach
Über den Bergsteigerfriedhof Johnsbach
Anreise
ServiceCenter der Verbund Linie
Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
Anreise
mit Zügen bis Bruck an der Mur, weiter mit Regiozügen R9 bis Gaishorn am See
BusBahnBim (Routenplaner)