Geheimtipp Kochofen

Geheimtipp Kochofen

 

 

Der Kochofen bildet den nordöstlichen Ausläufer der Schladminger Tauern, hoch über dem Ennstal im Norden und dem Sölktal bzw. Kleinsölktal im Osten gelegen. Da er mit seinen 1.916 Metern auch über die Waldgrenze ragt, präsentiert sich von seinem Gipfel ein beeindruckendes Panorama, vor allem zu den gegenüberliegenden Kalkbergen der Dachsteingruppe mit Grimming, Kammspitz und Stoderzinken, aber auch in das Sattental, über dem die Hochwildstelle (mit 2.747 Metern höchster rein steirischer Berg) einen imposanten Blickfang darstellt. Aber nicht nur wegen der Aussicht lohnt sich der Besuch dieses Berges: Die intakten Kulturlandschaften, am Bergfuß über dem Ennstal und Sölktal situiert, laden ebenfalls zum Wandern ein. Und da wir Öffi-Wanderer an den Bahnstationen im Ennstal starten bzw. ankommen, queren wir gleichsam von selbst einige dieser reizenden Gebiete. Im konkreten Fall das bäuerliche Kulturland bei Dörfl, oberhalb von Stein an der Enns sowie das Streusiedlungsgebiet von Michaelerberg beim Abstieg nach Pruggern.

Ausgangspunkt (Stein an der Enns) und Endpunkt (Pruggern) liegen an der Bahnlinie R9 Bruck an der Mur – Leoben – St. Michael – Selzthal – Schladming – Bischofshofen. Hier halten seit Dezember 2025 stündlich Regionalzüge in beiden Richtungen.

 

Tourbeschreibung

Bei der Kreuzung der Zufahrt zur Bahnstation Stein an der Enns mit der Landesstraße zum Sölkpass sehen wir den Wegweiser des Dachstein-Tauern-Panoramaweges; wir queren die Hauptstraße und folgen dem Siedlungsweg 1 durch das Betriebsgelände der Schmiede Zechmann bis zum Sölkbach. Über einen Steg geht es auf die andere Bachseite und dann steil hinauf, unter der Kleinsölker Straße durch, in den Weiler Dörfl. Ein kleines Stück folgen wir noch den Dachstein-Tauern-Panoramaweg bis zur Wegkreuzung mit einem Bankerl. Dort halten wir uns links und wenig später noch einmal links, um an schönen Streuobstwiesen vorbei zum Harmerhof und gleich darauf zur Kleinsölker Landesstraße zu gelangen. Dieser geht es wenige 100 Meter entlang, bis nach der Bushaltestelle Reith Brandstatt ein Wegweiser den markierten Wanderweg zum Kochofen anzeigt (in den Sommermonaten wird diese Haltestelle auch von der Tälerbuslinie 946 ins Kleinsölktal bedient).

Nun folgen wir der Forststraße (Achtung: erste, rechts wegführende Abzweigung ignorieren!), vorerst an schönen Weiden vorbei dann durch (großteils) Fichtenwald, wobei Wegweiser immer auf wieder auf unser Ziel, den Kochofen, hinweisen. Auf ca. 1.200 Meter nutzt unser Wanderweg einen steilen Forstweg, dann geht es wieder deutlich weniger steil entlang der Forststraße am sogenannten Hörndl vorbei. Hier ergeben sich aufgrund der Kahlschläge bereits instruktive Blicke zu den benachbarten Bergen. Am Ende der Forststraße beginnt ein wenig ausgetretenes, teilweise verwachsenes und steiles Steigerl, das zum Ende einer weiteren Forststraße führt. Von dort steigen wir weiterhin steil bergauf, bis wir die Schneid des Kniepass (mit dem Ende einer neuen "Forstautobahn") erreichen. Entlang des Höhenrückens geht es nun teils eben, teils leicht ansteigend, zur Kreuzung mit dem Wanderweg vom Michaelerberg. Ein paar Meter später mündet der Steig aus Kleinsölk kommend in unseren Wanderweg ein, und gleich danach erreichen wir die steile Rinne, entlang der wir den Gipfel des Kochofens mit großem Kreuz und Bankerl erreichen.

Nach der verdienten Gipfelrast vertrauen wir uns dem Weg zum Michaelerberghaus übers Loskögerl (Wegweiser) an. Vorerst steigen wir entlang eines sehr steilen Grates zum Ende der Forststraße ab. Danach verflacht sich unser Kamm (kurze Gegensteigung), und wiederum wenig später geht es die wenigen Höhenmeter zum Löskögerl hinauf. Der Wanderweg führt wieder steiler bergab und mündet auf ca. 1.440 Metern in einen Forstweg ein, entlang dem wir rasch die nächste Wanderwegkreuzung erreichen (mit jenem Weg, der zum Kniepass führt). Ein bequemer Weg geleitet uns nun in wenigen Minuten zum hübschen und wunderschön gelegenen Michaelerberghaus, das sich als guter Rastplatz anbietet.

Gut gestärkt können wir den Weiterweg antreten: Wir marschieren einfach entlang der wenig befahrenen Straße durch die oben erwähnte Kulturlandschaft des Michaelerbergs bis zur Straßenkreuzung nach dem Ebenschwoaga, von wo wir der Straße entlang – großteils durch Wald – hinab nach Pruggern traben. Im Ortszentrum befindet sich der Endpunkt unserer Bergtour, die Bahnstation Pruggern; der Landgasthof Bierfriedl, in dem wir die Wartezeit bis zur Zugabfahrt für eine Einkehr nutzen können, liegt ca. 100 Meter weiter in Richtung Enns.

 

Informationen

Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter
Gesamtgehzeit ca. 6 bis 7 Stunden; ca. 18 km; An- und Abstieg: je ca. 1250 hm

Orientierung
Freytag&Berndt Wanderkarte 1:50.000 WK 201 Schladminger Tauern – Radstadt – Dachstein
Kompass Wanderkarten-Set 293 Dachsteingebirge, Schladminger Tauern (3 Karten) 1:25.000
Karten-Apps: Austrian Map (gratis); mapy.com (gratis); bergfex Touren (tw. kostenpflichtig)

Wegverlauf (© Dieter Fleck) | PDF

 

Beste Jahreszeit
Mai bis Oktober

Einkehrmöglichkeiten
inTime Tankstelle (und Imbissstube) Stein an der Enns
Home-IconMichaelerberghaus
Home-IconLandgasthof Bierfriedl

Tipps & Hinweise
Der Kochofen selbst ist aus Glimmerschiefer der Zentralalpen aufgebaut, die nördlichen Ausläufer des Berges (Michaelerberg, Hörndl) liegen allerdings in der Grauwackenzone, die hier im Ennstal nur schmal ausgeprägt ist und keine eigenständigen Gebirge bildet – wie z. B. weiter östlich in den Eisenerzer Alpen. Besonders bemerkenswert im Bereich des Kochofens ist das West-Ost-verlaufende Kalkmarmor-Band, in dem auch die Abbaugebiete des bekannten Sölker Marmors liegen. 
Link-IconSölker Marmor (Ennstal Wiki)

Bei den auffälligen "Rohren" knapp unter dem Gipfel des Kochofens auf der Kleinsölker Seite handelt es sich übrigens um Anlagen zur Lawinenauslösung. 
Link-IconLawine (Ennstal Wiki)

 

Anreise

ServiceCenter der Verbund Linie
Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
Telefon-Icon+43 50 678910
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Anreise
mit Zügen R9 bis Stein an der Enns; zurück mit Zügen R9 ab Pruggern
Anreise-IconBusBahnBim (Routenplaner)

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