Der mehr als 1.200 Meter hohe Rücken des Zetz, vereinfacht gesagt zwischen Weiz im Südwesten und dem Feistritztal im Osten gelegen, stellt den markanten östlichsten Teil des Grazer Berglandes dar, wobei der Schöcklkalk des Grazer Paläozoikums bis zum Zetzkamm reicht und diesen auch aufbaut. Zwei bemerkenswerte Details fallen mir im Zusammenhang mit diesem Gebiet immer wieder ein: Einerseits änderte der Berg zumindest offiziell sein Geschlecht: In etwa bis zur Jahrtausendwende wurde er in der Literatur und den topographischen Karten weiblich als „Hohe Zetz“ benannt (auch der Gipfelstempel trägt diesen Namen), heutzutage wird er – wohl der gängigen einheimischen Benennung angepasst – als „Hoher Zetz“ bezeichnet. Andererseits ist der Hohe Zetz, seinem Namen nicht ganz gerecht werdend, mit 1.264 Metern genau um zehn Meter niedriger als der Zetz (1.274 Meter) … egal, für mich zählt die Zetz-Überschreitung zu einer der lohnendsten mittel- bzw. oststeirischen Bergwanderungen, zumal sie mit gemütlichen Schutzhütten gut erschlossen ist und zudem zahlreiche instruktive und reizvolle Panoramablicke gewährt.


Anreise und Tour

Anreise: Mit der RegioBus-Linie 205 bis zur Haltestelle St. Kathrein am Offenegg Ort

Tour: Wir starten bei der Haltestelle St. Kathrein am Offenegg Ort der RegioBus-Linie 205, die während der Sommermonate an Wochenenden Weiz mit St. Kathrein und der Teichalm verbindet (während der Schulzeit verkehrt sie nur zwischen Montag und Freitag via St. Kathrein bis Heilbronn; außerhalb der genannten Fahrzeiten erreichen wir St. Kathrein mit dem Sammeltaxi SAM). Die Busstation liegt oberhalb des kleinen Dorfkerns (mit interessanter und weithin sichtbarer Pfarrkirche); für unsere Wanderung folgen wir gleich der Straße bergwärts (Wegweiser „Wanderwege“, „Vogelbeer Panoramaweg“). Schon nach wenigen Minuten verlassen wir bei einem Wegkreuz die Straße (erstmals auch gelber Wegweiser mit dem Hinweis nach Eibisberg) und vertrauen uns dem Wanderweg Nr. 761 an, der an einer Kapelle vorbei immer geradeaus zum „Rastplatzl Lärchwiese“ führt. Bereits auf dem Weg dorthin können wir die wunderschöne Aussicht nach St. Kathrein und ins Grazer Bergland (vor allem Schöckl, aber auch Hochtrötsch etc.) genießen. Am Wegkreuz hinter der Lärchenwiese vorbeigehend, schreiten wir entlang des Waldweges zu einer Forststraße („Holzplatz“), über die wir wenige Minuten später die nächste Kreuzung (mit Wegkreuz) erreichen. Dort sehen wir auch rechterhand erstmals den Hinweis zum Hohen Zetz mit der Wegnummer 11, die uns in weiterer Folge begleiten wird. Unser Weg führt uns über eine Weide zum Gehöft Ederer, wo wir uns rechts wenden (unterer Weg – Wegweiser Richtung Eibisberg) und alsbald einen Bach queren. Nun geht es zügig bergauf, großteils dem Waldrand entlang, bis unser Weg bei einem flachen Sattel in eine Straße mündet. Direkt vor bzw. unter uns liegt Eibisberg und die gleichnamige Schutzhütte, die zu einer Rast einlädt.

Für den Weiterweg wenden wir uns nach links (Wegweiser), um sogleich in die nach links abzweigende Forststraße (Wegzeichen 11/745) einzufädeln und daraufhin einen hübsch inszenierten Rastplatz zu erreichen. Wir bleiben der Forststraße treu, die uns zu einem markanten Sattel führt. Von dort steigen wir steil bergan und folgen auch dem Hinweis „zum Feuerwehrkreuz“ (womit wir den weniger ausgetretenen „11er“-Wanderweg fürs Erste links liegen lassen). Nach einer nur kurzen Schnauferei stehen wir auf dem höchsten Punkt unserer Wanderung, dem Zetz, 1.274 m hoch, hübsch inszeniert mit Gipfel (=Feuerwehr)kreuz, Bankerl und Gipfelbuch, und werden mit einer umfassenden Aussicht Richtung Westen belohnt.

Die weitere Wanderung führt entlang der Schneid im stetigen Bergab- und -auf (Hans-Riedler-Zetzweg – Nr. 11), wobei sich immer wieder schöne Blicke ins Joglland (Richtung Osten) und ins Grazer Bergland (Richtung Westen) ergeben. Der Endpunkt des Höhenweges stellt der Hohe Zetz (1.264 m) dar, ein malerischer Platz mit schütterem Lärchenbestand, schönen Blicken ins Umland und einem großen Gipfelkreuz (sowie Gipfelbuch und -stempel). Unmittelbar unterm Gipfelkreuz beginnt der steile Abstieg (weiterhin Weg Nr. 11), der uns direkt zum Wittgruberhof der ÖAV-Sektion Weiz geleitet (wahlweise können wir vom Hohen-Zetz-Gipfel auch weniger steil geradeaus weiter über den Südwestkamm absteigen und entlang der Forststraße den Wittgruberhof erreichen). Nach der verdienten Rast im schönen Alpenvereinsheim geht’s entlang des Weges Nr. 10 zum Gschnaidter Kreuz, um von dort geradeaus weiter kurz der Straße zu folgen. Ein Wegweiser („Anger über Buchwald“, Weg Nr. 62) in der Wiese weist linkerhand auf den Weiterweg hin. Dem Wiesenrain folgend gelangen wir zum Wegkreuz bei Gschnaidt (mit Wegweiser), über die Wiese geht’s geradeaus hinab zum Wald, durch diesen führt unser Wanderweg steil bergab in den Zetzbachgraben, durch den wir in wenigen Minuten den Ortsrand von Anger erreichen. Wir durchschreiten den netten Marktort bis unter die Umfahrungsbrücke, wo auch der Endpunkt unserer Wanderung, die Busstation der RegioBus-Linie 230 (Weiz – Anger – Birkfeld – Ratten) situiert ist.

Für Fotos und Karte klicken Sie bitte auf das Bild!


Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter: Gesamtgehzeit ca. 4 bis 4,5 Stunden; ca. 12 km; Anstieg ca. 400 hm, Abstieg: ca. 950 hm (beim Abstieg sind Wanderstecken vorteilhaft)
Orientierung: ÖK Wanderkarte 1:50.000 Nr. 4223 Weiz; Freytag&Berndt Wanderkarte WK 131 Grazer Bergland – Schöckl – Teichalm – Stubenbergsee, Wanderkarte 1:50.000; Kompass Wanderkarte 1:50.000 Blatt 221 Grazer Bergland – Fischbacher Alpen
Karten-Apps: mapy.cz (gratis), bergfex Touren (teilweise kostenpflichtig), Austrian Map (kostenpflichtig)

Beste Jahreszeit: Die Wanderung ist prinzipiell das ganze Jahr über machbar, im Winter sind Spikes bzw. Grödel vor allem beim Abstieg zu empfehlen.

Einkehrmöglichkeiten:

  • Gastronomie in St. Kathrein am Hauenstein | Website
  • Schutzhütte Eibisberg | Website
  • Wittgruberhof | Website
  • Posthotel Thaller Anger | Website
  • Der Luis Anger | Website
  • Zetzboch Stüberl Anger | Website
  • Milano Kepab-Pizza Anger

Tipps/Hinweise:
Den mehr als 300 Jahre alten Wittgruberhof hat im Jahr 1975 die Sektion Weiz des Österreichischen Alpenvereins erworben und dann zu einem einladenden und attraktiven „Jugend- und Familienstützpunkt“ ausgebaut, der auch als Einkehrstätte wärmstens empfohlen werden kann. Sogar der ORF Steiermark widmete im Jahr 2019 dem Wittgruberhof einen Bericht |  Website
St. Kathrein am Offenegg | Website
Almenland | Website
Anger bei Weiz | Website


Infos

ServiceCenter der Verbund Linie: "Bahnhof in der City", Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
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BusBahnBim-Auskunft (auch als App):  Hinfahrt

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