„Neumarkter Passlandschaft“ nennen Geograph*innen die weitläufige Senke, die vom (kristallinen) Zirbitzkogel im Osten und dem Kalkstock der Grebenzen im Westen umrahmt wird. Diese beiden Berge sind auch für den Naturpark namensgebend, der seit dem Jahr 1982 besteht. Das gesamte Gebiet wurde in der letzten Kalt- bzw. Eiszeit vom Murgletscher überprägt, dementsprechend dominiert ein sanftwelliges Relief, in das zahlreiche Moore und Teiche eingelagert sind.

Die Neumarkter Passlandschaft nimmt aber auch eine bedeutende verkehrsgeographische Position innerhalb der Ostalpen ein. Denn über sie führt die kürzeste Verbindung von Wien zur oberen Adria: Die alte „Triester Straße“ verbindet das obere Murtal mit Kärnten über den Perchauer Sattel, der etwas niedrigere Neumarkter Sattel dient der „Kronprinz-Rudolf-Bahn“ (fälschlicherweise auch „Südbahn“ genannt) als Übergang von der Obersteiermark in den Kärntner Zentralraum.

Diese günstige ÖV-Erschließung der Bahn nutzen wir für das Erwandern der bezaubernden Kulturlandschaft im Umfeld des Neumarkter Sattels. Wie erwähnt, stellt der vorgeschlagene Wandertipp eine Art „Maximalvariante“ dar, er endet (vielleicht auch weil ich ein bekennender Murtalbahn-Fan bin) in Teufenbach im Murtal. Aber je nach Lust und Laune kann die Wanderung abgekürzt bzw. unterbrochen werden.


Anreise und Tour

Anreise: Mit der S8 bis zum Bahnhof Neumarkt in Steiermark

Tour: Wir starten beim Bahnhof Neumarkt in Steiermark; vorm Bahnhof wenden wir uns nach rechts Richtung Ortszentrum, biegen jedoch wenige Meter später – ebenfalls nach rechts – in den Weg „An der Urtel“ ein. Das Straßerl quert die Bahn und geht bei einem Haus in einen Karrenweg über, über den wir den Weiler Mühldorf erreichen (unterwegs schöner Blick zur nahen Kirche St. Marein bei Neumarkt). In Mühldorf (der Forellenwirt liegt etwas abseits unserer Route) weisen die Wegweiser auf unser nächstes Ziel hin, die Gragger Schlucht. Als Höhepunkte der Schlucht sind ein nett inszenierter Rastplatz gleich am Beginn und ein schöner Wasserfall am Ende zu nennen. Nach dem Wasserfall gelangen wir zur malerisch auf einer Wiese gelegenen „Zecki’s Hütte“ (mit Spielplatz).

Hier bietet es sich an, den Umweg Richtung „Jakobikirche“ und „Zeischgl“ (Wegweiser) zu nehmen: Wenigen Minuten später wird das bemerkenswerte Ensemble der Jakobikirche erreicht; über Wiesen (auf Wegweiser achten) wandern wir zum wunderschön gelegenen Hof und Buschenschank Zeischgl bzw. zur Aussichtswarte „7-Kirchen-Blick“, von der wir ein prachtvolles Panorama über die gesamte Neumarkter Passlandschaft sowie zum Zirbitzkogel erleben können. Für den Weiterweg folgen wir einfach dem Fahrweg zurück Richtung Jakobikirche, bleiben aber auf dem Fahrweg, bis hinter dem markanten Stallgebäude Rinner ein Wanderweg nach links abzweigt (die dort situierten Wegweiser weisen nicht in unsere Richtung, sondern nur zur Jakobikirche). Ein schöner Waldweg geleitet uns nun zum großen und reizvoll gelegen Gehöft Luger (in den Karten „Lueger“), von dem wir, der Straße folgend, hinab nach Graslupp mit dem Gasthaus Fischerwirt und den Graslupp-Teichen wandern. Den Fischerwirt und die Graslupp-Teiche können wir auch auf direktem Wege von Zecki’s Hütte erreichen.

Für unseren Weiterweg folgen wir der Straße, die zwischen den beiden Graslupp-Teichen hindurchführt, und gelangen nach einer kurzen Steigung zum hübschen Kirchweiler Zeutschach mit dem Brauwirt Seidl. Hinter dem Wirtshaus weisen die Wegweiser auf unser nächstes Ziel, den Muhrenteich, hin. Wir erreichen nach einer weiteren Steigung die gut sichtbare Sternwarte, dahinter führt der Wanderweg in den Wald, wo wir uns links (Markierung!) wenden und dann dem sogenannten Kapellenweg folgen. Nach wenigen Minuten bequemen Dahinschreitens geht’s kurz steil bergab und wir stehen vor einer weiteren Weggabelung. Nun wenden wir uns nach rechts (Wegweiser) und gelangen in wenigen Minuten zum versteckt gelegenen, idyllischen Muhrenteich. Entlang des Ostufers wandern wir ein paar Minuten der Straße nach bis zu einem Rastplatz am Teich. Dort zweigt unser Weiterweg ab (Wegweiser Richtung Oberdorf, Furtner Teich und Mariahof), der in etwas umständlicher Wegführung zum nächsten malerischen Teich, dem Hasloberteich führt. An dessen Westufer (Wegweiser Richtung Oberdorf und Anawander) gehen wir entlang eines Steiges weiter zu einer Straße, der wir an den Ruinen des Schlosses Oberdorf vorbei zur nächsten Straßenkreuzung folgen.

Hier können wir via Bucher zum Bahnhof Mariahof-St. Lambrecht abkürzen, ansonsten biegen wir links ab und erreichen nach ca. 500 m die Jausenstation „Moorstüberl“ (= Anawander). Wenige Meter hinter dem Moorstüberl geht’s nach rechts entlang des sehr gut inszeniertes Steiges durchs Dürnberger Moor zur Aussichtswarte. Ab der Warte vertrauen wir uns einem Karrenweg an, der uns zum schön gelegenen Schilcherhof führt; wenige Minuten später erreichen wir entlang der asphaltierten Hofzufahrt die Landesstraße L 502 von Neumarkt Richtung St. Lambrecht. Dort können wir uns entscheiden, ob wir entlang des Geh- und Radweges nach rechts direkt zum Bahnhof Mariahof-St. Lambrecht schreiten. Ein etwas längere, aber reizvolle Alternative stellt der Weiterweg nach Teufenbach dar: Dafür wenden wir uns nach links und folgen der Radroute R18 (Neumarkter Radweg) entlang eines Karrenweges ins Tal des Thajabaches. Dort biegen wir, weiterhin dem Radweg R 18 folgend, scharf nach rechts ab und steigen kurz bergauf zu einem alten Terrassenboden, über dem es zum großen Gehöft Moar zu Lessach geht (unterwegs interessante Schautafel über den Eiszerfall nach der letzten Eiszeit). Die Straße gibt den Weiterweg nach Teufenbach vor; am Dorfwirt vorbei schreiten wir durchs Dorf zum unteren Ortsrand, wo mit der Bahnstation Teufenbach der Murtalbahn der Endpunkt der Wanderung liegt.

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Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter: Gesamtroute: Gehzeit ca. 6 bis 7 Stunden; 23 km; Anstieg ca. 550 hm und Abstieg ca. 650 hm
Ohne Abstecher zum Zeischgl ist’s um ca. 1 Stunde und 4 km kürzer und man erspart sich rund 150 hm im Auf- und Abstieg.
Wird direkt vom Stadloberteich zum Bhf.  Mariahof-St. Lambrecht gewandert, reduziert sich die Gehzeit um rund 1,5 Stunden und die Distanz um ca. 6 km.
Wenn wir entlang der Landestraße L 502 zum Bhf.  Mariahof-St. Lambrecht (und nicht nach Teufenbach) wandern, ersparen wir uns ca. eine 3/4 Stunde Gehzeit bzw. 3 km.

Orientierung: ÖK Wanderkarte 1:50.000 Nr. 4225 Murau; Freytag & Berndt Wanderkarte 1:50.000 WK 211 Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen - Murau - Sölkpass; Kompass-Karte 223 Sölktäler, Rottenmanner Tauern, Seckauer Alpen, 1:55.000; Wandern – Rad – Skitouren Karte Naturpark Zirbitzkogel Grebenzen des TVB Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen, 1:40.000
Karten-Apps: mapy.cz (gratis), bergfex Touren (tw. kostenpflichtig), Austrian Map (kostenpflichtig)

Beste Jahreszeit: April bis Oktober

Einkehrmöglichkeiten:

Tipps/Hinweise:
Ausführliche Informationen über die Region sind über die Webseite des „Naturparks Zirbitzkogel  Grebenzen“ zu erfahren. Die Region Naturpark Grebenzen-Zirbitzkogel bietet sich ja nicht nur für einen Tagesausflug, sondern auch für einen Kurzurlaub oder sogar längeren Aufenthalt an.  | Website.
Das Dürnberger Moor ist ein bedeutendes Europaschutzgebiet in der Steiermark. Mehr Infos dazu unter | Website.

Prinzipiell sind alle genannten Einkehrmöglichkeiten besuchenswert; den Biertrinker*innen empfehle ich den Brauwirt Seidl in Zeutschach; dort wird ein wirklich exzellentes Bier gebraut und kredenzt.


Infos

ServiceCenter der Verbund Linie: "Bahnhof in der City", Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
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BusBahnBim-Auskunft (auch als App):  Hinfahrt

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