Der 1.410 Meter hohe Kreuzschober wird aufgrund seiner Lawinensicherheit gerne im Winter, vor allem von Tourenskifahrern, bestiegen. Es lohnt sich allerdings auch, diesen waldreichen Berg im Sommer während seiner ruhigeren Saison zu besuchen. Denn er ist als Mürzzuschlager Hausberg geradezu ideal mit Öffis erreichbar: Unsere Wanderung (rund 4 bis 4,5 Stunden Gehzeit, ca. 13 Kilometer lang, rund 750 Höhenmeter) beginnt bei der Schnellzugstation Mürzzuschlag und endet in Langenwang (S-Bahn-Station), wobei beim Abstieg die gemütliche Hönigsberger Alm zu einer Einkehr einlädt.

Das untere und mittlere Mürztal wird von sanften, waldreichen Mittelgebirgsrücken umrahmt. Im Süden begrenzen die Fischbacher Alpen das geräumige Tal; große Teile davon wurden von Peter Rosegger zur Waldheimat stilisiert, wiewohl seit ein paar Jahren der Begriff „Windenergieanlagenheimat“ passender wäre: Mehr als 50 Windräder wurden bisher zwischen Pretul und Fürstkogel (bei Fischbach) errichtet. Ob diese das Landschaftsbild bereichern oder ob sie die Mittelgebirgsregionen verschandeln, müssen die Betrachter*innen für sich selbst entscheiden.

Auf der Nordseite des Mürztales befinden sich zahlreiche, unspektakuläre Berge, die bis zu 1.400 m Seehöhe erreichen. Einer davon ist der Mürzzuschlager Hausberg Kreuzschober (1.410 m), beliebt ob seiner Schnee- und Lawinensicherheit im Winter, eher still im Sommer. Aufgrund der Südbahn durchs Mürztal stellt dieser Berg eine ideale Öffi-Tour dar, die auch mit einem Besuch der interessanten Bezirksstadt Mürzzuschlag verknüpft werden kann.


Anreise und Tour

Anreise: Per RailJet oder mit der S9 zum Bahnhof Mürzzuschlag: wahlweise auch mit der RegioBus-Linie 181.

Tour: Wir starten beim Bahnhof Mürzzuschlag und folgen der Frachtenstraße – beim großen Hinweisschild zum Südbahn Museum sehen wir den ersten Wegweiser in Richtung „Kaarlhütte“ – zum Kreisverkehr mit der Mariazeller Straße. Nun queren wir diese und gehen geradeaus weiter über den Parkplatz, um dahinter in den Fußweg einzufädeln, der uns zu Mürzbrücke geleitet, wo ein Hinweisschild des Alpenvereins auf den Weiterweg zum „Kaarl“ hinweist. Wir unterqueren die Südbahn und sehen dann linker Hand das Auwegstüberl. Hinter dem angrenzenden Parkplatz ist der nächste Wegweiser („Kaarlhütte“) zu erkennen. Ab nun geht’s bestens markiert und ausgeschildert (Weg Nr. 489) weiter, vorerst steil hinauf durch Lambach an einer hübschen Villa vorbei zum Grüblbauer (schöne Rückblicke nach Mürzzuschlag und zum Bahnhof mit der Semmeringtunnel-Baustelle; das Restaurant „Zum Traumblick“ / Lambachvilla liegt nur wenige Schritte entfernt). Hinter dem Gehöft zweigt nach rechts ein Forstweg ab, dem wir kurz folgen, bis wenige Minuten später ein Steigerl links abbiegt. Weiter geht es diesem entlang immer zügig bergwärts, wobei wir fünf Mal Forststraßen queren, um die flache Schneid beim Stürzerkogel zu erreichen (beim Kahlschlag Rundschau zur Schneealpe, zur Rax und zur Großen Scheibe, einem weiteren Mürzzuschlager Hausberg). In weitere Folge wandern wir weiterhin durch typisch steirische fichtendominierte Nadelwälder (wobei immer wieder Tannen und vereinzelt auch Lärchen anzutreffen sind), bis wir die schöne Almfläche mit der urigen, im Sommer unbewirtschafteten Kaarlhütte erreichen. Von dort steigen wir über den steilen Wiesenstreifen in wenigen Minuten hinauf zum Gipfel des Kreuzschober, wo ein Gipfelbankerl nebst Kreuz zum Rasten einlädt.

Für den Weiterweg wandern wir ab der Kaarlhütte kurz entlang des Güterweges in Richtung Südwesten bzw. Süden, bis eine Markierung nach rechts zur hübschen Alm zeigt – dort Wanderwegkreuzung mit Wegweiser. Wir folgen dem Hinweis Richtung „Hönigsberger-Alm – Langenwang“ (Weg Nr. 491) und schreiten immer geradeaus nach Süden sanft bergab zur weiten Hönigsberger Alm, bei der sich aufschlussreiche Panoramablicke zu den Fischbacher Alpen darbieten. Neben der Aussicht gibt’s dort auch eine gemütliche Einkehr in der Almhütte.

Von der Hönigsberger Alm folgen wir weiter dem markierten Weg nach Süden und erreichen am unteren Almende eine Forststraße, der wir uns kurz anvertrauen. Ab einem markanten Kreuz führt der Wanderweg immer entlang des Südkammes (auf die Markierungen achten!), bis wir die Wiese oberhalb des Veitlbauers erreichen. Über diese Wiese geht es zum großen Gehöft „Seppbauer“, wo der Wanderweg in die Straße einmündet. Bei der Straßenkreuzung halten wir uns rechts und wandern ein paar Minuten bergab, ehe vor der Rechtskurve unser Wanderweg links abzweigt (Achtung: eher unscheinbare Wegzeichen). Wenige Meter weiter biegen wir scharf nach rechts ab (Markierung beachten) und erreichen kurz darauf die Siedlung im untersten Glawoggengraben. Über die Brücke des gleichnamigen Baches gelangen wir zur Glawoggenstraße, die in weiterer Folge die Südbahn und die Mürz quert. Nach der Mürzbrücke geht’s nach rechts in die Raingasse und zur Hauptstraße (Wiener Straße / Grazer Straße), entlang der wir durch den netten Ortskern von Langenwang wandern (schöne gotische Kirche St. Andreas, verschiedene Einkehrmöglichkeiten). Nach ein paar hundert Metern weisen die Wegweiser zum Bahnhof Langenwang hin, den wir nach der Mürzbrücke (links abbiegen, oberen Weg nehmen) erreichen.

Für Fotos und Karte klicken Sie bitte auf das Bild!


Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter: Gesamtgehzeit ca. 4 bis 4,5 Stunden; ca. 13 km; An- und Abstieg: je ca. 750 hm

Orientierung: Freytag&Berndt Wanderkarte 1:50.000 WK 021 Fischbacher Alpen – Roseggers Waldheimat – Mürzzuschlag oder WK 022 Semmering – Rax – Schneeberg – Schneealpe; Kompass-Kartenset 210, Wiener Hausberge 1:50.000
Karten-Apps: mapy.cz (gratis), bergfex Touren (tw. kostenpflichtig), Austrian Map (kostenpflichtig)

Beste Jahreszeit: April bis November; im Winter, je nach Schneelage, auch als Schneeschuhtour

Einkehrmöglichkeiten:
Gastronomie in Mürzzuschlag, z. B. Hönigsberger Alm: +43 664 3724930
Gastronomie in Langenwang

Tipps/Hinweise:
Die jüngere Geschichte von Mürzzuschlag ist untrennbar mit jener der Südbahn verbunden: Im Jahr 1844 wurde als älteste Bahnstrecke der Steiermark (und auch eine der ältesten Eisenbahnlinien Österreichs) der Abschnitt Mürzzuschlag – Graz eröffnet. 1854 wurde das technische Meisterwerk der Semmeringbahn fertiggestellt, womit die Südbahn von Wien über Mürzzuschlag und Graz bis Ljubljana/Laibach durchgehend befahrbar war (drei Jahre später, im Jahr 1857, erreichte die Südbahn ihren Endpunkt, die Hafenstadt Trieste/Triest). Und in wenigen Jahren werden die Bauarbeiten am Semmering-Basistunnel abgeschlossen sein, an dessen steirischem Tunnelportal der Bahnhof Mürzzuschlag liegt.
Es ist daher mehr als passend, dass das überaus rührige und interessante Südbahn Museum gerade in Mürzzuschlag beheimatet ist. Aber nicht nur der Besuch des Südbahn Museums kann wärmstens empfohlen werden, denn mit dem WinterSportMuseum und dem Brahms-Museum beherbergt Mürzzuschlag zwei weitere Juwele der österreichischen Museumslandschaft!
Südbahnmuseum
Wintersportmuseum
Brahmsmuseum
 Gemeinde Langenwang
Gemeinde Mürzzuschlag
Region Semmering – Waldheimat – Veitsch
 

Infos

ServiceCenter der Verbund Linie: "Bahnhof in der City", Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
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