Nach zwei Wandertipps in der Mittelsteiermark wird´s Zeit für einen Ausflug in die Obersteiermark. Dafür habe ich den Bezirk Murau ausgesucht, eine Region, die ich schon seit meiner Kindheit kenne und die ich nach wie vor aufgrund ihrer Ursprünglichkeit und Vielfalt besonders schätze. Konkret will ich euch den 1.797m hohen Pleschaitz schmackhaft machen, dessen Besteigung aufgrund der Gipfelwiese (nomen est omen!) mit einer phantastischen Aussicht belohnt wird. Idealerweise ist diese Wanderung mit einem Besuch von Oberwölz zu verbinden. Wegen urbanen Lifestyles wird man dieses Bergstädtchen („kleinste Stadt der Steiermark“) wohl nicht besuchen, aber dafür reizt das intakte Stadtbild mit einer erhaltenen Stadtmauer, drei Stadttoren und einigen anderen Attraktionen. Schließlich wird diese große Bergtour am Ende noch mit einem kleinen Bahnerlebnis belohnt: mit der Fahrt auf der Murtalbahn!


Anreise und Tour

Anreise: Mit der Regionalbuslinie 891 von Scheifling oder Niederwölz nach Oberwölz.

Tour: Lange habe ich hin und her überlegt, von welcher Seite ich die Pleschaitz-Tour beschreiben sollte: Einiges spricht für die Überschreitung vom Murtal nach Oberwölz (z. B. Oberwölz als Ziel), aber aus pragmatischen Gründen wird die Wanderung in die andere Richtung beschrieben (vor allem aufgrund des besser mit Öffis erschlossenen Endpunkts).

Wir starten also in Oberwölz (nicht ohne zuvor zumindest durch die Stadt spaziert zu sein), verlassen beim Hintereggertor den mittelalterlichen Stadtkern und wenden uns nach dem Stadtgraben nach links, um das Wölzerbach-Tal zu queren. Auf der anderen Seite des Tales sehen wir den ersten Wegweiser, ab dem wir am besten dem Weg zur St. Pankratiuskirche folgen. Ab diesem interessanten sakralen Bauwerk vertrauen wir uns der kaum befahrenen Straße an (nach ein paar Kurven mündet der Wanderweg Nr. 939 vom Sportzentrum Oberwölz kommend ein, der uns weiterhin begleiten wird und den wir auch als Alternativanstieg wählen können). Wenig später erreichen wir den schön gelegenen Gasthof Alpenblick (es zahlt sich aus, diese ursprüngliche Einkehrstätte zu besuchen, zumal im Herbst 2021 die Wirtin in Pension geht und damit voraussichtlich der Gasthausbetrieb endet). 

Kurz nach dem „Alpenblick“ erreichen wir die Kapelle im Hinterburg-Sattel; danach zweigt unser Wanderweg (939) nach links ab und führt uns durch die – weiterhin – reizvolle und intakte Kulturlandschaft von Hinterburg zum Gehöft Tragner. Der Güterweg geht nun in einen Waldweg über, über den wir zügig hinauf zum Sattel „Glischken“ schreiten. Weiter geht’s – immer sehr gut ausgeschildert und markiert – vorerst bis zum Kamm relativ steil, ab dem Vorgipfel Geierbichl (1.647 m) flacher werdend, zur Wanderwegkreuzung (Wegweiser) am unteren Ende der Gipfelwiese. Über diese bzw. weiterhin der Schneid folgend, erreichen wir in wenigen Minuten den Gipfel des Pleschaitz (1.797 m, Gipfelkreuz, Bankerl).

Nach der verdienten Rast inklusive Panoramaerlebnis – die Aussicht reicht von den Seckauer Tauern über Stubalpe, Seetaler Alpen, Saualpe, Karawanken, Kamniške Alpe (Steiner Alpen), Julijske Alpe (Julische Alpen), Nockberge bis zu den östlichen Hohen Tauern; auf der Nordseite sind die Wölzer Tauern und der Schladminger Tauern zu sehen – kehren wir zurück zur Wegkreuzung am unteren Gipfelwiesenende, wo uns der Wegweiser in Richtung Katsch den Weiterweg zeigt. Wir sollten uns von der Zeitangabe (3,5 Stunden) nicht abschrecken lassen: Ich saß bei meinem letzten Besuch nach 1,5 Stunden bereits im Gasthaus Hermine Würschl in Katsch. Die Wanderroute ist schnell beschrieben; wir folgen einfach der Forststraße, anfangs noch etwas bewachsen, immer bergab, erreichen auf knapp 1.200 m das Gehöft Leonhart und gehen schließlich oberhalb des Schwarzenbergschen Steinbruchs und an der imposanten Burgruine Katsch vorbei, um danach den Talboden des Katschtales zu erreichen. In wenigen Minuten gelangen wir nun nach Katsch-Unterdorf (Gehsteig), wo das vorhin erwähnte Gasthaus Würschl sich als Zwischenstopp anbietet. 

In Katsch-Unterdorf queren wir den Katschbach, danach weist ein Wegweiser nicht nur auf die Kläranlage, sondern auch auf den Fußweg nach Frojach hin: Wir folgen der kaum befahrenen Katschtaltraße, am Kriegerdenkmal und der Firma KLH vorbeigehend, zur Fußgängerbrücke über die Mur, über die wir unseren Endpunkt, den Bahnhof Frojach-Katschtal mit dem Café Checkpoint Charly erreichen.

Für Fotos und Karte klicken Sie bitte auf das Bild!


Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter: Gesamtgehzeit ca. 6 bis 7 Stunden; ca. 20 km; Anstieg: ca. 950 hm und Abstieg ca. 1.050 hm

Orientierung: ÖK Wanderkarte 1:50.000 Nr. 4225 Murau; Freytag&Berndt Wanderkarte 1:50.000 WK 211 Naturpark Zirbitzkogel – Grebenzen – Murau – Sölkpass; Kompass-Kartenset 223, Sölktäler, Rottenmanner Tauern, Seckauer Alpen 1:55.000 
Karten-Apps: mapy.cz (gratis), bergfex Touren (tw. kostenpflichtig), Austrian Map (kostenpflichtig)

Beste Jahreszeit: Ende April bis November; eventuell im Winter, je nach Schneelage, auch als Schneeschuhtour. 

Einkehrmöglichkeiten:
 Gastronomie in Oberwölz

  • Gasthof Hermine Würschl in Katsch |  +43 3588 217 
  • Checkpoint Charly in Frojach |  +43 664 4053436 
  • Kirchenwirt Frojach |  +43 3588 47949

Tipps/Hinweise:
 Stadtgemeinde Oberwölz
 Ausflugsziele Oberwölz-Lachtal
 Stadtpfarrkirche Oberwölz
 Spitalskirche Oberwölz
 Pankratiuskirche Oberwölz

Weitere Infos über Frojach und Katsch:
 Gemeinde Teufenbach-Katsch

Infos

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+43 50 678910
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