Obwohl im Gebiet des Sattelbergs zwei der bekanntesten Attraktionen des mittelsteirischen Karsts situiert sind – die Grasslhöhle gilt als älteste Schauhöhle Österreichs und das Katerloch wird als tropfsteinreichste Höhle Österreichs beworben –, ist dieser aus Schöcklkalk aufgebaute Bergstock bei vielen Wanderfreund*innen weitgehend unbekannt. Das überrascht doch ein wenig, da der Sattelberg landschaftlich besonders reizvoll und abwechslungsreich ist. Zudem bietet sich der Sattelberg für einige unterschiedlich lange Überschreitungen mit Öffi-Unterstützung an: Zum Beispiel im Rahmen einer Wanderung aus dem Passailer Becken in die Bezirkshauptstadt Weiz.

Als interessante Draufgabe dieser Wanderung können wir in Weiz die (bis zur Eröffnung der Koralmbahn) jüngste Bahnstrecke der Steiermark nutzen, und zwar den 2018 eröffneten knappen Bahnkilometer zwischen dem Weizer Bahnhof und der neuen Haltestelle Weiz Nord.


Anreise und Tour

Anreise: Mit dem RegioBus Linie 206 bis zur Haltestelle Hohenau an der Raab Taxwirt (am Wochenende kann der Taxwirt mit dem SAM Sammeltaxi erreicht werden)

Tour: Ausgangspunkt unserer Wanderung ist die Haltestelle Taxwirt der Regionalbuslinie Weiz – Passail – Fladnitz an der Teichalm. Westlich des Wirts beginnt der Wanderweg Nr. 31, der vorerst den obersten Höllbachgraben quert und dann zur Straße nach Haufenreith führt. Wir folgen dieser Straße durch den bäuerlichen Weiler Haufenreith bis zur Wegkreuzung nahe der oberen Siedlungsgrenze (Weizeben). Nun verlassen wir den markierten Weg und vertrauen uns, geradeaus weitergehend, dem mittleren (unmarkierten) Straßerl an. Nach wenigen Minuten mündet, von links kommend, der gelb-blau-rot markierte „Weg der 100.000 Schritte“ ein, der den Weiterweg vorgibt. Durch die Nordflanke des Berges geht’s steil bergauf bis zu einer Forststraße. Nach der Forststraßenkehre (oberhalb sehen wir im Wald ein paar Felsen) zweigt links ein mit roten Pfeilen und teilweise mit Steinmandln gekennzeichneter Weg ab, der an den Felsen vorbei auf den Höhenrücken führt. Zur Linken erkennen wir den ca. 1060m hohen Westgipfel des Sattelberges, der uns nicht nur mit einem Panorama zur Teich- und Sommeralm belohnt, sondern auch zur Rast einlädt.

Für den Weiterweg wandern wir über die schöne Wolfsattel-Gipfelwiese Richtung Südwesten zum Wachthaussattel (Kapelle, Wegweiser). Dort wenden wir uns nach rechts und gehen entlang der Forststraße (Markierung Nr. 18) zum Lärchsattel mit dem Lärchsattelkreuz (Gipfelsammler können von hier über Forstwege bzw. das letzte Stück weglos den höchsten Punkt des Sattelberges (1088m) und die knapp unterm Gipfel situierte Wiese erreichen). Unser Wanderweg Nr. 18 führt allerdings nördlich am Gipfel vorbei zum nächsten Sattel, der sogenannten Stadlzenzenhalt. Dort empfiehlt sich der kleine Umweg über den Gösser entlang des Wanderweges Nr. 18b – und zwar nicht nur ob des für Biertrinker sympathischen Namens, sondern auch wegen der Tief- und Fernblicke sowie des im Frühjahr blühenden Petergstamms. Nach dem Gösserringerl geht’s entlang des 18er Wanderweges steil nach Süden zum Grasslhöhleneinhang und in den Weiler Schachen, wo sich der Dürntalwirt als Labestation anbietet. 

Danach gibt uns für eine gute halbe Stunde die Straße durch Haselbach den Weg vor; bei Leska biegen wir links ab (Wanderweg Nr. 26), um über aussichtsreiche Wiesen den Weiler Zaska zu erreichen. Kurz wenden wir uns, der Straße folgend, nach rechts und bei der Kapelle wieder links (Zattachweg), worauf wir wenig später die B64 in Weiz und entlang dieser (Roseggerstraße) unseren Endpunkt die Bahnstation Weiz Nord erreichen. 

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Gehzeiten, Weglänge, Höhenmeter: Gesamtgehzeit ca. 5 bis 5,5 Stunden; ca. 18 km; Anstieg: ca. 550 hm und Abstieg ca. 750 hm

Orientierung: ÖK Wanderkarte 1:50.000 Nr. 4223 Weiz; Freytag&Berndt Wanderkarte WK 131 Grazer Bergland – Schöckl – Teichalm – Stubenbergsee, Wanderkarte 1:50.000; Kompass Wanderkarte 1:50.000 Blatt 221 Grazer Bergland – Fischbacher Alpen 
Karten-Apps: mapy.cz (gratis), bergfex Touren (tw. kostenpflichtig), Austrian Map (kostenpflichtig)

Beste Jahreszeit: Die Wanderung ist prinzipiell das ganze Jahr über machbar; am schönsten jedoch im Frühjahr, wenn der Petergstamm blüht. 

Einkehrmöglichkeiten:
 Taxwirt
Grasslhöhle-Mostschenke
 Dürntalwirt in Schachen
 Gastronomie in Weiz

Tipps/Hinweise: Die Überschreitung über den Sattelberg lässt unterschiedliche Varianten zu. 
Beispielsweise kann vom Wachthaussattel Weiz direkt erreicht werden, konkret via Gschaid bei Weiz und dann entweder über Affental (östlich des Stroß) oder über den Stroß (1.039m) oder über Hart (westlich des Stroß). Als etwas anstrengendere Variante bietet sich ab Schachen bzw. ab dem Dürntalwirt die Wanderung durch die mittlere Raabklamm an – siehe auch Wandertour 40 (die Rückreise erfolgt in diesem Fall ab der Haltestelle Mortantsch Jägerwirt mit der RegioBus-Linie 201 Graz – Gschwendt – Weiz).
 Grasslhöhle
 Katerloch
 Raabklamm


Infos

ServiceCenter der Verbund Linie: "Bahnhof in der City", Graz, Jakoministraße 1. Alle Informationen zu Bus, Bahn, Bim; Auskünfte, Beratung, Buchungen, Fahrkartenverkauf
+43 50 678910
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